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Das Zielvest-Renditemodell zur Herleitung einer realistischen Renditeerwartung

Bild von drei Stufen der Rendite

  1. Der risikolose Tageszins
  2. Die Steigerung der risikolosen Rendite durch einen Liquiditätsverzicht
  3. Die Steigerung durch das zusätzliche Eingehen von Verlustrisken = Risikoprämie

Definition: Der Tageszins wird durch die EZB bestimmt und schlägt sich im Geldmarktzins (LIBOR) nieder. Eine risikolose Anlage ist ausschließlich eine Ausleihe an die Bundesrepublik Deutschland (Bundesanleihe). Jeder andere Anlage besitzt ein Risiko und somit eine Risikoprämie.

Aktuelles Beispiel zum Zeitpunkt der Daten: Der Geldmarktzins für Tagesgeld beträgt -0,67 %. Diesen Betrag muss eine Bank zahlen, wenn sie Ihr Geld über Nacht bei der Zentralbank verwaltet. Den Betrag muss der Kunden mindestens zahlen, wenn er sicher Geld parken will. Verleiht der Kunde sein Geld für 10 Jahre an die Bundesrepublik, dann verliert er jedes Jahr 0,22 % an Wert, macht also insgesamt 2,2 % Verlust. Für den Liquiditätsverzicht von 10 Jahren verliert er also 0,45 % weniger als beim Tagesgeld. Jeder Kunde, der eine höhere Rendite erzielen möchte, der muss Risiken eingehen. Selbst beim Bargeld geht er das Diebstahlsrisiko ein.


Bild von der historischen Renditeentwicklung

Beschreibung hiervon

Im Jahre 1990 betrug der Tageszins 4,2 %, verlieh man das Geld für ca. 7 Jahre an den Staat, dann erhielt man eine Rendite von 7 %. Die durchschnittlichen Gewinne der DAX-Unternehmen bedeuteten eine Renditeerwartung von ebenfalls 7 %.

Im Jahre 2009 betrug der Tageszins 1,2 %, verlieh man das Geld für ca. 7Jahre an den Staat, dann erhielt man eine Rendite von 3,3 %. Die durchschnittlichen Gewinne der DAX-Unternehmen bedeuteten eine Renditeerwartung von jetzt wieder 6,3 %.

Im Jahre 2019 betrug der Tageszins -0,6 %, verlieh man das Geld für ca. 7Jahre an den Staat, dann erhielt man eine Rendite von -0,2 %. Die durchschnittlichen Gewinne der DAX-Unternehmen bedeuteten eine Renditeerwartung von weiterhin konstanten 7 %.

Wie sind die Daten zu interpretieren?

  • Das Risiko von Verlusten erscheint für die Marktteilnehmer derart drastisch, dass sie negative Renditen bei den Zinsen akzeptieren. Dies ist jedoch in der Praxis nicht umsetzbar. Fallende Zinsen bedeuten steigende Kurse bei den Zinspapieren. Die Zinsanleger bekommen zwar keine Zinsen, aber hatten über all die Jahre einen geschenkten Kursanstieg von ca. 4 % pro Jahr.
  • Diese Entwicklung kann sich nun jedoch ins Gegenteil kehren. Weitere Zinssenkungen sind unwahrscheinlich, die Auswirkungen wären unter Umständen nicht handbar. Der Ausstieg aus Zinspapieren ist denkbar.
  • Aktienanleger bestehen auf konstant hohe Gewinnerwartungen. Sind diese nicht vorhanden, werden Aktien verkauft und die Kurse fallen. Große Gewinnsteigerungen haben unsere DAX Konzerne in den letzten Jharen durchschnittlich betrachtet nicht erwirtschaftet, das Vertrauenin die Unternehmen ist nicht da, trotz fehlender Alternative bleiben die anleger weg vom Markt.
  • Aktien besitzen die höchsten Renditeerwartungen.
  • Eine ausgewogene Anlagestrategie besteht in der Regel aus 50 % Aktien und 50 % Zinspapieren. Nach obigem Modell ist in ca. 7 Jahren eine Rendite von 3,4 % p.a. vor Kosten und vor Steuern zu erwarten.